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Handwäsche oder Maschinenwäsche

Noch immer hält sich das Gerücht, Maschinenwäsche führe zu Lackschäden, Handwäsche sei für den Autolack schonender. Dabei wurde schon vor Jahren von Wissenschaftlern der Technischen Universität München untersucht, wie Hand- und Maschinenwäsche auf den Autolack wirken.

Wer sein Fahrzeug mit der Hand wäscht, legt den Grundstein zum Rost!
Das Interferenz-Mikroskop zeigt deutlich, was die vielen Handwäscher nicht sehen können: Aus der glatten Lackfläche wird schon bald eine Kraterlandschaft mit tief eingeschnittenen Tälern. Durch den Dreck - vor allem durch feine Sandkörner - ist der Lack in kurzer Zeit zerschrammt und zerkratzt.

Die starke mikroskopische Vergrößerung des von Hand gewaschenen Autolacks zeigt (Abb. 1 u. 2), wie schädlich die Handwäsche vor allem bei stark verschmutztem Fahrzeug und bei Verwendung von wenig Waschwasser ist.

Mikroskopische Darstellung des von Hand gewaschenen Autolacks  

 Abbildung 1 Abbildung 2

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Mit zunehmender Wäschezahl schließt sich das wirre Netz von Vertiefungen, Riefen und Furchen immer mehr. Nur eine radikale Politur, bei der die obere Decklackschicht eingeebnet wird, lässt den strapazierten Lack wieder glänzen.

Bei der maschinellen Wagenwäsche entstehen solche Probleme nicht. Auch nach fünfundzwanzig Wäschen - das entspricht dem Durchschnitt zweijähriger Autopflege - sind unter dem Mikroskop keine tiefen Kratzer zu sehen. Der von der Maschine gewaschene Lack ist selbst nach starker Beanspruchung noch nahezu eben.

Die Tücken der Handwäsche beruhen in erster Linie auf der Verwendung unzureichender Reinigungsutensilien. Waschschwämme binden in ihren Poren den Schmutz. Abbildung 3 zeigt die Mikroaufnahme eines neuen Schwammes, Abbildung 4 zeigt den Rückstand (Gesteinsbruchstücke und Schmutzkörner) in einem Schwamm, der gut ausgespült war und den Testern sauber erschien.

Abbildung 3 Abbildung 4

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Die Wissenschaftler: "Fast nie kommt bei der Handwäsche genug Wasser auf den Lack. Außerdem ist ein Schwamm auch nach intensivem Spülen voll von scharfkantigen Sandkörnern: er wirkt wie eine Schmirgelscheibe.
Ganz anders bei der Maschinenwäsche: Große Wassermengen und Textilbürsten schaffen den Schmutz praktisch spurlos vom Lack. Durch den konstanten Bürstendruck wird der Lack nicht beschädigt, sondern gleichmäßig langsam abgetragen. Nach fünfundzwanzig Wäschen ist ein Zehntel der Decklackschicht weg - doch so viel schaffen Handwäscher schon mit den ersten Kratzern."

Wie dieser Lackabtrag bei der Maschinenwäsche wirksam verhindert werden kann, fanden die Wissenschaftler ebenfalls heraus: Durch eine regelmäßige maschinelle Wachspflege mit Heißwachs.

Abb. 5 zeigt einen Autolack nach 25 Handwäschen. Ein wirres Netz von Schrammen und tiefen Kratzern. Hier hilft nur noch eine radikale Politur! Abb. 6 zeigt einen Autolack nach 25 Wäschen in einer Autowaschanlage: Gleichmäßig feiner Lackabtrag mit geringster Tiefe.

Abbildung 5 Abbildung 6

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Die Ergebnisse auf einen Blick:

  • Millionen Autofahrer müssen umdenken, denn Handwäsche ruiniert den Lack.
  • Dauernder Wechsel zwischen Handwäsche und automatischer Waschanlage ist besonders kritisch, da zwei völlig verschieden Arten von Lackabnutzung entstehen: tiefe Kratzer durch die Handwäsche und gleichmäßige Abtragung durch die Maschinenwäsche.
  • Ein endgültiger Wechsel von der Handwäsche zur maschinellen Fahrzeugreinigung bringt bereits Vorteile: der Lack wird nicht mehr weiter zerkratzt.
  • Am besten ist regelmäßige Maschinenwäsche. Wenn dabei auch Heißwachs aufgetragen wird, verhindert dies den Lackabtrag bei der Maschinenwäsche. Außerdem schützt das Wachs auch gegen aggressive chemische Stoffe aus der Luft.
  • Nicht waschen ist keine Alternative. Schmutz ist kein Schutz! Der Lack "blüht" auf und rostet.
  • Die viel gepriesene "sanfte" Autowäsche mit Schwamm und Eimer taugt nichts ! Sie ruiniert den Lack und fördert die Korrosion!
  • Übrigens: in vielen Städten und Gemeinden ist Autowäsche auf den Straßen verboten. Empfindliche Bußgeldstrafen drohen!

© btg-minden

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